Zum Inhalt springen
Saisonal

Blackout Checkliste – Was deine Familie bei Stromausfall braucht

Die komplette Notfallvorsorge-Checkliste für Familien bei Blackout und Stromausfall. Mit Trinkwasser-Rechner, Vorratsliste und Ausrüstung für 10 Tage.

Veröffentlicht am 25.03.2026 · 12 Min. Lesezeit · hauszettl Redaktion

Kurz & knapp

Bei einem Blackout brauchst du für eine 4-köpfige Familie und 10 Tage: 80 Liter Trinkwasser, haltbare Lebensmittel ohne Kühlung, Campingkocher mit Gas, LED-Taschenlampen, Powerbanks, Kurbelradio, Bargeld (500€+), Erste-Hilfe-Set und volle Hausapotheke. Das BBK empfiehlt einen Vorrat für mindestens 10 Tage.

Inhalt

Stell dir vor: Es ist Winter, 18 Uhr, und plötzlich geht überall das Licht aus. Nicht nur bei dir — im ganzen Stadtteil. Kein Strom. Kein Internet. Kein Handy-Empfang. Der Kühlschrank wird warm, die Heizung steht still, und im Supermarkt geht nichts mehr, weil die Kassen nicht funktionieren.

Klingt dramatisch? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) empfiehlt jedem Haushalt in Deutschland, sich auf mindestens 10 Tage Selbstversorgung vorzubereiten. Diese Checkliste zeigt dir genau, was deine Familie braucht.

Was passiert bei einem Blackout?

Ein Blackout ist nicht einfach "Licht aus". Es ist ein Dominoeffekt:

Ohne Strom fallen aus: Beleuchtung, Heizung (auch Gas- und Ölheizungen brauchen Strom für die Steuerung), Kühlschrank und Gefriertruhe, Elektroherd, Wasserversorgung (Pumpen in Wasserwerken brauchen Strom), Internet und WLAN, Mobilfunk (Sendemasten haben nur wenige Stunden Notstrom), Bankautomaten und Kartenzahlung, Tankstellen, Aufzüge, Ampeln.

Das bedeutet: Nach wenigen Stunden bist du auf dich selbst gestellt. Kein Einkaufen, kein Online-Banking, kein Telefonieren, kein warmes Wasser.

Trinkwasser — das Wichtigste

Ohne Wasser überlebt ein Mensch nur 3 Tage. Ohne Essen deutlich länger. Wasser hat deshalb oberste Priorität.

Die BBK-Empfehlung: 2 Liter Trinkwasser pro Person pro Tag. Dazu 0,5 Liter zum Kochen.

Wasserbedarf für 4 Personen

ZeitraumTrinkwasser+ Kochen/HygieneGesamt
3 Tage24 Liter6 Liter30 Liter
5 Tage40 Liter10 Liter50 Liter
10 Tage80 Liter20 Liter100 Liter

Tipp: Leitungswasser in saubere PET-Flaschen abfüllen — hält ca. 6 Monate im Dunkeln und Kühlen. Gekauftes Mineralwasser hält deutlich länger (auf MHD achten).

Was du brauchst:

  • Mindestens 80 Liter Trinkwasser (für 4 Personen, 10 Tage)
  • 20 Liter Brauchwasser (Kochen, Hygiene)
  • Wasserkanister 10-20 Liter (befüllbar, für den Fall dass Wasser verteilt wird)
  • Wasserentkeimungstabletten (Drogerie oder Outdoor-Shop)
  • Optional: Wasserfilter (z.B. Sawyer Mini)

Lebensmittel — ohne Kühlung, ohne Strom

Bei einem Blackout funktioniert weder Kühlschrank noch Herd (außer Gasherd). Dein Vorrat muss also ungekühlt haltbar und idealerweise ohne Kochen essbar sein.

Was du brauchst:

  • Konserven: Ravioli, Eintopf, Suppen (ca. 20 Dosen für 4 Pers. / 10 Tage)
  • Nudeln, Reis, Couscous (je 1-2 kg — brauchen aber Wasser und Kocher)
  • Haferflocken und Müsli (2 kg)
  • Knäckebrot, Zwieback, Cracker (4-5 Packungen)
  • Honig, Marmelade, Nussbutter (lange haltbar, energiereich)
  • Nüsse, Trockenfrüchte, Müsliriegel (20+ Stück — perfekte Notfall-Snacks)
  • H-Milch oder Milchpulver (5-10 Packungen)
  • Dosenobst und Dosengemüse (10+ Dosen)
  • Zucker, Salz, Öl, Gewürze
  • Babynahrung (falls Kleinkinder im Haushalt)
  • Tiernahrung (falls Haustiere)

Wichtig: Das Prinzip des "lebenden Vorrats" — kaufe Dinge die du sowieso isst, verbrauche sie regelmäßig und fülle nach. So wird nichts schlecht.

Du willst deine Ausgaben, Einkäufe und Aufgaben an einem Ort? hauszettl verknüpft alles — kostenlos.

hauszettl kostenlos testen →

Kochen ohne Strom

Ohne Strom kannst du mit einem Elektroherd nicht kochen. Alternativen:

Für drinnen geeignet: Stövchen mit Teelicht (zum Aufwärmen), Fondue-Set mit Brennpaste, Gaskocher (nur wenn für Innenräume zugelassen — auf Verpackung achten!).

Nur draußen verwenden: Camping-Gaskocher, Holzkohle- oder Gasgrill. Niemals Holzkohle in geschlossenen Räumen verbrennen — Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid!

Was du brauchst:

  • Campingkocher (Gas oder Spiritus)
  • Gaskartuschen / Brennstoff (Vorrat für 10 Tage, mind. 4-6 Kartuschen)
  • Streichhölzer UND Feuerzeug (mehrere!)
  • Kochtopf und Pfanne (camping-tauglich)
  • Dosenöffner (manuell — nicht elektrisch!)
  • Einwegbesteck und -teller (spart kostbares Wasser)

Licht und Wärme

Dunkelheit und Kälte sind bei einem Winter-Blackout die größten Herausforderungen.

Was du brauchst:

  • LED-Taschenlampen (mindestens 2 Stück)
  • Ersatzbatterien AA und AAA (Großvorrat — 20+ Stück)
  • Kerzen (20+), Streichhölzer, Feuerzeuge
  • Camping- oder Petroleumlampe
  • Powerbank 20.000+ mAh (vorher voll laden!)
  • Kurbelradio mit USB-Ladeport (dein Draht zur Außenwelt)
  • Warme Decken und Schlafsäcke
  • Handwärmer (Einweg oder aufladbar)

Winter-Tipp: Wenn die Heizung ausfällt, sammelt euch in einem Raum. Türen und Fenster geschlossen halten, aber alle paar Stunden kurz stoßlüften. Warme Kleidung in Schichten tragen.

Hygiene und Gesundheit

Wenn die Wasserversorgung ausfällt, funktioniert auch die Toilettenspülung nicht mehr.

Was du brauchst:

  • Toilettenpapier (Großvorrat)
  • Feuchttücher und Trockenshampoo
  • Seife, Zahnpasta, Zahnbürsten
  • Müllbeutel — viele und große (Notfall-Toilette: Beutel in die Toilettenschüssel hängen)
  • Desinfektionsmittel (Hände und Flächen)
  • Damenhygiene-Artikel
  • Windeln und Feuchttücher (falls Kleinkinder)

Hausapotheke

Wenn Apotheken und Arztpraxen geschlossen sind, musst du dich selbst versorgen können.

Was du brauchst:

  • Erste-Hilfe-Set (vollständig und geprüft)
  • Fieberthermometer
  • Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol)
  • Persönliche Medikamente (14-Tage-Vorrat!)
  • Pflaster, Verbandsmaterial, Mullbinden
  • Desinfektionsspray / Wundspray
  • Mittel gegen Durchfall, Erbrechen, Erkältung
  • Elektrolytpulver

Dokumente und Bargeld

Ohne Strom funktionieren keine Bankautomaten und keine Kartenzahlung.

Was du brauchst:

  • Bargeld: mindestens 500 Euro in kleinen Scheinen (10er und 20er)
  • Ausweise und Pässe (Kopien in einer Mappe)
  • Versicherungspolicen (Kopien)
  • Kontaktliste der Familie (ausgedruckt — nicht nur im Handy!)
  • Notfall-Nummern (Arzt, Nachbarn, Verwandte)
  • Impfpässe aller Familienmitglieder

Kommunikation

Was du brauchst:

  • Kurbelradio oder batteriebetriebenes Radio (deine einzige Infoquelle wenn Mobilfunk ausfällt)
  • Powerbank(s) für Handy (voll geladen halten!)
  • Auto-Ladegerät 12V für Handy
  • Trillerpfeife (Notsignal wenn du Hilfe brauchst)
  • Fester Treffpunkt mit deiner Familie vereinbart (falls ihr getrennt seid und nicht telefonieren könnt)

Sonstiges

  • Werkzeug-Grundausstattung
  • Klebeband, Kabelbinder, Schnur
  • Plastikplane / große Müllsäcke
  • Spielkarten, Brettspiele, Bücher (kein Strom = keine Bildschirme)
  • Malbuch und Stifte für Kinder
  • Warn-App NINA installieren (funktioniert solange Mobilfunk läuft)

Was du JETZT tun kannst

Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Fang diese Woche an:

Woche 1: 20 Liter Wasser + Taschenlampe + Batterien + Kerzen Woche 2: 10 Konserven + Knäckebrot + Müsliriegel Woche 3: Powerbank + Kurbelradio + Bargeld abheben Woche 4: Campingkocher + Gas + Erste-Hilfe-Set Danach: Jede Woche ein paar Dinge ergänzen bis der 10-Tage-Vorrat steht.

Tipp: In hauszettl kannst du alle diese Anschaffungen als Aufgaben mit Erinnerungen anlegen — und benötigtes Material landet automatisch auf der Einkaufsliste mit geschätzten Kosten im Budget.

Weiterführende Tipps

Fazit

Ein Blackout ist kein Weltuntergang — wenn du vorbereitet bist. 100 Liter Wasser, haltbare Lebensmittel, ein Campingkocher und ein Kurbelradio: Damit übersteht deine Familie 10 Tage ohne Strom. Fang heute an — Schritt für Schritt. Und mit hauszettl behältst du den Überblick über alles was noch fehlt.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser braucht man bei einem Blackout?
Das BBK empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person pro Tag. Für eine 4-köpfige Familie und 10 Tage sind das 80 Liter Trinkwasser plus 20 Liter Brauchwasser für Kochen und Hygiene — insgesamt 100 Liter.
Wie lange dauert ein Blackout?
Die meisten Stromausfälle in Deutschland dauern wenige Stunden. Ein großflächiger Blackout könnte aber Tage bis Wochen dauern. Das BBK empfiehlt deshalb, sich auf mindestens 10 Tage Selbstversorgung vorzubereiten.
Was passiert bei einem Blackout alles nicht mehr?
Bei einem Stromausfall fallen aus: Licht, Heizung, Kühlschrank, Herd, Internet, Mobilfunk (nach wenigen Stunden), Wasserversorgung (Pumpen brauchen Strom), Bankautomaten, Kassensysteme, Tankstellen und Aufzüge.
Wo kann man sich bei einem Blackout informieren?
Über ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio. Die Warn-App NINA funktioniert nur solange das Mobilfunknetz läuft. Bei längerem Ausfall: Rathäuser und Notfalltreffpunkte der Gemeinden sind Anlaufstellen.

hauszettl Redaktion

Praktische Tipps für deinen Haushalt.